Der 23. rückt näher. Die Küche ist wieder voll: Töpfe, Schüsseln, Verpackungen. Der Timer piept, das Telefon klingelt, jemand lässt einen Löffel laut in die Spüle fallen.

„Wo sind die Servietten?“, ruft Jonas. „Hat jemand die Servietten gesehen?“
„Welche?“, fragt Lea aus dem Wohnzimmer.
„Die mit den Sternen!“, ruft Jonas. „Wieso kann hier nie—“

Man hört, wie seine Stimme kippt. Ben friert ein, mit einem Glas in der Hand. Lina stellt gerade einen Teller ab und zuckt zusammen.

Achtsamkeitsmoment (mit Rückfall + Korrektur):
Jonas’ Blick fällt auf sein Handgelenk. Das rote Band schneidet sich fast in die Haut, so fest hält er die Faust.

Er atmet einmal scharf ein… und dann bewusst aus. „Stopp“, sagt er halblaut – zu sich selbst. „Ich fang nochmal an.“

„Ich bin gerade völlig überfordert“, sagt er, diesmal langsamer. „Ich hab Angst, dass wir morgen wieder in Streit enden. Und dann beschwere ich mich über Servietten. Es tut mir leid, dass ich euch angefahren habe.“

Ben stellt das Glas ab. „Die Servietten sind im Flurschrank“, sagt er. „Ich hol sie.“
Lina lächelt vorsichtig. „Das war… voll schnell wieder lieb“, stellt sie fest.

Im Bild: Jonas, der mit der Hand übers Gesicht streicht, ein kurzes, ehrliches Lächeln. Hinter ihm das Chaos – aber etwas ist weicher geworden.

Als die Stille sich gesetzt hat, lehnt Jonas sich vor. „Wir können den 24. nicht für alle perfekt machen“, sagt er. „Aber vielleicht können wir ihn so planen, dass das Wichtigste für jede*n vorkommt.“

Sie holen die Zettel aus der Wunschschale vom Anfang.
„Emma, wie wäre es, wenn du den Tag teilst? Erst bei Mama, dann später bei uns, oder andersherum – so wie es sich für dich am besten anfühlt“, schlägt Lea vor. „Wir werden nicht beleidigt sein, wenn du später kommst.“

Emma schaut überrascht. „Echt?“
Ben hebt eine Augenbraue. „Und ich?“, fragt er.
„Du bekommst eine Stunde, in der wir alle zusammen sind, ohne Handy“, sagt Jonas. „Wir spielen irgendwas oder schauen einen Film – und ich verspreche, ich leg mein Handy auch weg.“

Lina strahlt. „Und ich will den Baum sehr kitschig schmücken dürfen.“
Lea lacht. „Du kriegst deinen Kitsch-Moment. Und ich wünsch mir einen Spaziergang, bevor wir essen.“
Jonas überlegt. „Und ich wünsch mir… einen Abend ohne Geschrei“, sagt er. „Wenn jemand merkt, dass es hochkocht, halten wir einander am Band fest.“


Lea schneidet das rote Band in fünf Stücke und knotet jedem ein kleines Bändchen ums Handgelenk.
Im Bild: Handgelenke mit roten Fäden, unterschiedlich alt, unterschiedlich groß.

Am Abend ruft Jonas: „Könnt ihr bitte alle nochmal an den Tisch kommen?“ Seine Stimme klingt ruhig, nicht befehlend.

Der Adventskranz ist wieder in der Mitte, das rote Band liegt daneben. Lea stellt zusätzliche Kerzen hin.
„Ich nenn das ‚Adventslichter-Konferenz‘“, erklärt Jonas. „Jede*r, der die Kerze in der Hand hat, darf reden. Alle anderen hören nur zu.“

„Und wenn ich nichts sagen will?“, fragt Emma.
„Dann hältst du die Kerze kurz und gibst sie weiter. Alles ist okay“, sagt Lea.


Die „Sprechkerze“ wandert. Lina hält sie mit zwei Händen fest. „Ich mag am Advent die Lichter und das Plätzchenbacken“, sagt sie. „Ich hab Angst, dass wir uns so streiten, dass niemand mehr kommen will.“

Ben dreht die Kerze langsam. „Ich mag das Essen“, sagt er. „Und dass wir zusammen Filme schauen. Ich hab Angst, dass ich bei allen nur die zweite Wahl bin.“

Emma hält die Kerze, schaut in die Flamme. „Ich mag die Abende, wenn wir einfach reden“, sagt sie. „Ich hab Angst, dass ich ständig jemandem wehtue, egal, wo ich bin.“

Jonas und Lea teilen ihre eigenen Ängste und Wünsche.

Im Bild: Hände, die die Kerze halten, der warme Schein auf den Fingern, das rote Band wie ein leiser Zuhörer um den Kranz gelegt.

Es dauert nicht lange, bis es knallt.

„Also“, beginnt Jonas vorsichtig, „ich würde mich freuen, wenn wir Heiligabend hier zusammen verbringen.“
Emma beißt sich auf die Lippe. „Mama möchte, dass ich bei ihr bleibe, bis spät abends“, sagt sie leise.

Ben schnaubt. „Ja klar. Wir sind halt wieder die zweite Wahl.“
„So hab ich das nicht gesagt“, antwortet Emma scharf.
„Aber so ist es doch“, fährt Ben ihr über den Mund. „Du kommst, wenn die ‚Hauptfamilie‘ durch ist.“

Jonas fühlt sich getroffen. „Ben, das ist nicht fair“, sagt er lauter. „Emma versucht—“
„Ich hab nur gesagt, wie es sich anfühlt“, faucht Ben. „Aber hier darf man ja nur noch nett sein!“

Lea versucht einzuhaken. „Können wir kurz—“
„Du mit deinem Achtsamkeitsquatsch“, schießt Ben. „Als würde Atmen irgendwas ändern!“

Lina springt vom Stuhl, die Augen glänzen. „Hört auf!“, ruft sie. „Ihr macht alles kaputt!“
Emma steht auf, der Stuhl stößt gegen die Wand. „Ich kann einfach gar nichts richtig machen“, sagt sie, ihre Stimme bricht.

Die Worte prallen im Raum wie zu schnell geworfene Bälle. Schließlich knallt eine Tür.

Achtsamkeitsmoment (verpasst):
Im Bild: der Adventskranz von oben, eine Kerze ist schief, das rote Band hängt halb vom Tisch. Die Stille nach dem Streit ist fast lauter als der Lärm vorher.
Hier gibt es bewusst kein gelungenes Innehalten – damit glaubwürdig bleibt, dass Lernen nicht linear ist.

Es ist Abend. Die Küche ist aufgeräumt, das Wohnzimmer halbdunkel. Jeder hängt irgendwo: Lina sitzt mit Tablet am Boden, Ben am Handy in der Sofaecke, Emma mit Laptop am Tisch, Jonas mit dem Smartphone in der Hand, Lea räumt noch ein Glas weg.

Lea bleibt stehen, schaut in die Runde. Man sieht nur Licht von den Bildschirmen, das Gesichter blau und blass macht.

Sie holt eine Kerze aus der Schublade, stellt sie auf den Tisch und zündet sie an. Die Flamme ist klein, aber warm.
„Können wir kurz eine Pause machen?“, fragt sie. „Nur eine ganz kleine?“

Ben hebt nur eine Augenbraue. „Was machst du? Stromausfall in schön?“
Lea lächelt. „Nur zwei Minuten ohne Bildschirme. Wir schauen alle zusammen in die Kerze. Danach dürft ihr weitermachen.“

Lina schiebt das Tablet beiseite, Emma klappt den Laptop zu, Jonas steckt das Handy in die Tasche. Ben lässt sein Handy auf dem Sofa liegen, den Daumen immer noch oben – dann seufzt er und zieht ihn weg.


Alle sitzen um den Tisch, die Kerze in der Mitte. Die Flamme wackelt leicht.
„Nur schauen“, sagt Lea leise. „Keine Aufgabe. Nur sitzen, schauen und merken, wie der Atem ein- und ausgeht.“
Nach einem Moment sagt Lina: „Das ist irgendwie schön. So… still.“
Ben murmelt: „Bisschen kitschig. Aber nicht schlimm.“
Emma: „Mein Kopf ist kurz nicht so voll.“
Jonas atmet hörbar aus. „Ich habe seit Tagen nicht gemerkt, wie müde ich bin, bis jetzt.“

Am Küchentisch stehen zwei Adventskalender: einer aus dem Supermarkt mit Schokolade und ein selbstgemachter aus kleinen Umschlägen, die an einer Schnur hängen.

„Ich will den mit Schoko!“, ruft Lina und zeigt auf den bunten.
„Den könnt ihr natürlich auch haben“, sagt Lea. „Aber ich hab da noch was anderes vorbereitet.“

Ben schaut misstrauisch auf die Umschläge. „Wenn da jetzt nur Sprüche drin sind, bin ich raus.“
Jonas zieht den Umschlag mit der „1“ herunter. „Wollen wir einfach mal gucken, was heute drin ist?“, fragt er.

Er liest vor: „‚Heute: Sag drei Dinge, die du an jemandem hier magst.‘“
Ben stöhnt. „Oh Gott. Positivitätscoaching.“

Lina strahlt. „Ich fang an! Ich mag an Ben, dass er so lustig ist. An Emma, dass sie mir bei den Hausaufgaben hilft. An Lea­, dass sie so leckere Pfannkuchen macht. Und an Papa, dass er mich immer so fest drückt.“

Ben guckt verlegen. „Okay… Ich mag an Lina, dass sie sich traut, laut zu sein. An Emma… dass sie sich meldet, wenn’s mir schlecht geht, auch wenn ich nicht antworte. An Papa, dass er mich nicht komplett aufgibt, obwohl ich nervig bin. Und an Lea, dass sie mich mit dem Esoterik-Kram noch nicht rausgeschmissen hat.“

Alle lachen.


Lea fragt: „Könnt ihr kurz merken, wie es im Körper ist, wenn ihr sowas hört oder sagt? Warm? Kalt? Kribbelig?“

Die Stadt ist ein einziges Klingeln, Surren und Blinken. Menschen mit Tüten drängen sich aneinander vorbei, Straßenmusiker spielen Weihnachtslieder, aus einem Kaufhaus schwappt Jingle Bells heraus.

Lina dreht sich im Kreis. „So viele Lichter!“, ruft sie. „Schau, Papa, da ist ein Stand mit gebrannten Mandeln!“
Jonas blickt gleichzeitig auf Lina und auf sein Handy. Die Liste mit den Geschenken brennt auf dem Display. „Ja, später vielleicht“, murmelt er.

Ben zieht die Nase kraus. „Überall Leute. Überall Lärm. Wieso tun sich das alle freiwillig an?“
Emma läuft neben Lea her und hält sich an ihrem Rucksack fest. „Ich muss noch mit Mama klären, wie wir das am 24. machen“, sagt sie. „Sie will, dass ich länger bleibe.“
Lea nickt. „Willst du nachher in Ruhe telefonieren?“, fragt sie.

Im Bus drückt sich warme Luft an die Menschen, Jacken rascheln, jemand telefoniert laut, ein kleines Kind quengelt. Ben stützt den Kopf ans Fenster. „Ich krieg gleich viereckige Ohren von dem ganzen Gedudel“, murmelt er.


Emma schaut aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Lichter. „Können wir kurz was ausprobieren?“, fragt sie. „Nur kurz.“
„Wenn es nichts mit Singen zu tun hat“, sagt Ben.

„Alle machen mal für einen Moment die Augen zu“, schlägt Emma vor. „Nur hören. Was hört ihr alles?“
„Ich höre das Quietschen vom Bus“, sagt Lina.
„Einen Mann, der sich aufregt“, murmelt Ben.
„Das Tütenrascheln“, Jonas.
„Dein Herz klopfen, wenn du mich gedrückt hast“, sagt Lea leise zu Emma.


Heute nehme ich mir bewusst Zeit für mich selbst. Inmitten des Trubels und der Herausforderungen des Alltags ist es so wichtig, innezuhalten und Achtsamkeit zu üben. 🌸🧘‍♀️

Achtsamkeit bedeutet für mich, den Moment voll und ganz zu erleben, ohne ihn zu bewerten. Einfach zu SEIN, ohne ständig das Bedürfnis zu haben, besser, anders oder mehr zu sein. 💖

Selbstliebe ist kein Ziel, das man erreicht, sondern eine fortlaufende Reise. Jeden Tag aufs Neue übe ich mich darin, mich selbst so anzunehmen, wie ich bin. Dabei lasse ich negative Gedanken los und schaffe Raum für Positivität und inneren Frieden. 🌈✨

Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Heute bin ich dankbar für all die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen – die warme Sonne auf meiner Haut, das Lachen eines Freundes und die unendlichen Möglichkeiten, die jeder neue Tag mit sich bringt. 🌞😊

Lasst uns gemeinsam diesen Moment genießen und uns selbst daran erinnern, wie wertvoll und einzigartig wir sind. 💫🙏

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